Der zweite Fantasyroman nach Melanka. Die Ereignisse spielen sich wiederum auf der Zwischenwelt Erdanien ab in dem
karg besiedelten Land „Inalaya“
Die Geschichte erzählt von dem sonderbaren Volk der Layanis, welches stur und eigensinnig ist. Arrogant & stolz. Mit
ihrer konservativen Art machen sie sich selbst das Leben schwer.
Die junge Analayani kämpft gegen ihre größte Rivalin um den Posten; Hüterin des magischen Lamarienarmreifs zu werden.
Kann sie ihre Gegnerin besiegen? Wer ist das geheime Volk, an der Grenze des Yani Waldes? Kann der junge Königssohn
Rinolas seinen Vater aufhalten, welcher das Volk der Layanis zerstören will? Wird das Volk von Nezymia wieder die Sonne
sehen können und nicht nur den Hass und die Gier König Elatons ertragen müssen?
Rianja – Na schritt trübsinnig durch ihre Heimat. Tief in den Wäldern näherte sie sich ihrem Ziel; einem kristallklaren See an dessen
tiefer Quelle sie halt machte. Auf einer Anhöhe von Felsen, sprudelte das Wasser perlend in einem Becken aus Stein. Das Becken
ähnelte einem Taufbecken einer Kirche, wirkte aber nicht als sei es von arbeitsreichen Händen erschaffen worden. Rianja – Na beugte
sich über das Becken. Als ihr das lockige Haar ins Gesicht fiel, warf sie einen strengen Blick auf die Blätter ihres herbstlich
aussehenden Blätterkleides. Im Nu löste sich ein Blatt und ihr Haar legte sich wie von Zauberhand zurück auf ihren Hinterkopf um von
dem Blatt wie eine Haarspange in seinen Bann gehalten zu werden.
Das Wasser benetzte ihr Gesicht und kühlte es. Im Augenblick jedoch, störte sie das sprudelnd, unruhige Wasser maßlos.
„ Still!“ Befahl sie und warf eines ihrer Blätter aus dem Kleid ins Becken. Das Blatt tanzte durch die spritzige Bewegung, bis sich das
Wasser plötzlich beruhigte und still wurde.
Rianja – Na stützte ihre Hände an den Beckenrand, wobei ihre Hände von den Blättern ihrer weiten Ärmel leicht liebkost wurden.
Ihre Stimme war wie ein Rauschen einer Brise und umschloss das Becken.
„ Fremde Gefühle sind in mir eingekehrt. Zeige mir wonach sich mein Herz verzehrt!“
Das Wasser begann kleine Wellen zu schlagen und schemenhaft bildete sich Rinolas´
Antlitz im klarer werdenden Wasser.
Bekümmert, beinahe qualvoll studierte sie seine Gesichtszüge. Er wirkte zufrieden und glücklich. Und es dauerte nur kurz bis sie
sehen konnte was der Grund dafür war.
Analayani schritt, als sei sie seine Königin, an seiner Seite. Rianja – Na verbannte sogleich die wunderschöne Analayani aus dem
Wasserbildnis und Rinolas´ Profil wurde wieder größer und deutlicher. Seufzend mit schmerz verzerrter Miene strichen ihre Finger
über seine Lippen, konnte jedoch nur das Wasser fühlen und verursachte Wellen. Und sein Antlitz verschwamm.
Instinktiv berührte Rinolas kurz seine Lippen. Es war als hätte ihn etwas gestreift. Doch bevor er sich weiter bemühte darüber nach
zu sinnen, genoss er lieber die Nähe Analayanis auf seinem Fest.
Rianja – Na schloss die Augen und unterdrückte ihr gramvolles Seufzen. Eine Träne quoll trotzdem hervor und fiel ins Wasser.
Sogleich erstarrte die Quelle zu Eis und fror Rinolas´ schönes Gesicht ein.
Sie wollte sich vom Becken abwenden und gehen. Auf einmal packte sie eine unerklärliche Wut und sie schlug mit der flachen Hand auf
das Eis. Ihr Schlag besaß genug Kraft das Eis zerspringen zu lassen. Nachdem sich die Splitter in der Umgebung verteilt hatten,
wagte sie erneut einen Blick in das Becken. Es war völlig leer.
Missmutig über ihren plötzlichen Gefühlsausbruch zerfiel sie in unzählig herum wirbelnde Blätter und rauschte davon.
Ty lief mit wehendem Umhang durch die Gänge. Er kam zu spät zur Ratsversammlung, aber nur weil man ihn zu spät benachrichtigt
hatte. Aber weshalb? Warum sollte man ihn nicht rechtzeitig informieren?
Als er vor den Toren der großen Ratshalle ankam, vernahm er verärgerte Stimmen. Er wusste nicht wieso, aber eine innere Stimme
riet ihm erst mal zu lauschen, bevor er eintrat.
Er vernahm die Stimme Meras´ dessen Stimme sich immer mehr erhob. „ Ich weiß nicht wie wir mit solch einer Situation umgehen
sollten, falls die Anschuldigungen wahr sind!“
Ne´uah schüttelte mit schmerzerfüllten Blick den Kopf. Seine Lippen bildeten eine verärgerte Linie. „ Diese Anschuldigungen müssen
falsch sein! Der Lamarienarmreif würde es nie dulden! Er hätte es doch nie soweit kommen lassen!“
Arret legte ihm beruhigend die Hand auf dessen Arm. Doch Ne´uahs Hände krallten sich an den Stuhllehnen fest. „ Die Winde lügen
niemals Ne´uah. Die Hüterin wurde Arm in Arm, in voller Zuneigung zum feindes Sohn gesichtet!“
Ne´uah schüttelte immer wieder den Kopf, der ihm immer schwerer erschien. Und seine Schultern schienen deutlich unter dem
Gewicht der Last des eben Gesagten zusammen zu sacken. Esbre´ ließ seinen Blick in die Runde gleiten und erfasste als nächster das
Wort:
„ Wenn wir davon ausgehen, das die Hüterin die Suche nach dem heiligen Buch als Vorwand benutzte, um schändlich im Bette des
Feindes zu liegen, muss sie unter allen Umständen strengstens bestraft werden!“ Ein Nicken ging reihum. Ne´uah seufzte stöhnend,
als hätte man soeben sein Todesurteil unterzeichnet. Aber er kannte die Gesetze und sie waren richtig, egal ob es nun um sein eigen
Fleisch und Blut ging oder nicht. Er sammelte innerlich all seine Kräfte zusammen. Er ließ die heiligen Gesetze immer wieder in seinem
Kopf Revue passieren. Und er erkannte, dass eben diese Gesetze seines Volkes, älter waren als er selbst. Ja, älter und wichtiger
waren als alles andere was wichtig sein könnte. Diese Gesetze waren zu ihrer aller Schutz! Und niemand durfte sie hinter gehen.
Schon gar nicht wegen niederen Beweggründen.
Ty lief mit verschränkten Armen vor den Toren auf und ab. Er hatte immer dem Armreif vertraut. Wenn der Armreif solche Gefühle
seinem Hüter bewilligte, ist eine Zeit der Veränderungen angetreten. Aber das würden die anderen Ratsmitglieder niemals billigen
oder gar glauben.
Ne´uah erhob sich nach einer Weile entschlossen aus seinem hohen thronähnlichen Lehnstuhl. Er wirkte bedrohlich und finster. „ Ich
verlange weitere Beweise, die keinerlei Zweifel zulassen! Sollte es denn der Wahrheit entsprechen, dass mein eigenes Kind uns
betrogen hat! Den Feind aus unsinniger Liebe uns vorgezogen hat! Sie tatsächlich ihren verbotenen Körper verschenkt hat! Dann
werde ich höchstpersönlich die Hüterin töten! Und wenn es meine letzte Pflicht als Volks Ältester sein soll!“
Stumm stimmten ihm alle zu und bewunderten Ne´uahs Entschlusskraft.
Ty stemmte beide Hände gegen das massive Holz und öffnete lautstark die Toren. „ Ich bin zu spät! Verzeiht! Worüber müssen wir
beraten?“
Remiares erhob sich zum Gehen und ging auf Ty zu. „ Nichts wichtiges. Wir haben über ein kleines Fest zu ehren der Toten beraten,
und alle sind sich einig. Du mit Sicherheit doch auch!“
Ty nickte verhalten und murmelte: „ Natürlich,“ und seine Gedanken rasten vor Entrüstung.
Er lügt mir offen ins Gesicht. Aber warum? Weil ich der Jüngste bin und immer für den Forschritt war und Rinolas zur Flucht verhalf?
Sie fürchten ich könnte Analayani warnen.
Was ist nur aus uns geworden?
Ne´uah blickte finster zu Ty. Als dieser ihm eindringlich in die Augen sah, konnte Ne´uah den Blickkontakt kaum stand halten. Mit
hängenden Schultern und vor Schmerz gebeutelten Körper schlich Ne´uah sich an Ty vorbei und verließ die große Halle. Ty blickte nun
zu all den Anderen. Jeder schien seinem Blick auszuweichen, und sie verstreuten sich in verschiedene Richtungen.
Ty dachte verletzt bei sich, dass sie eine hohe Bestrafung für Feigheit einführen sollten.